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Landkreis Holzminden ist coronafrei

Landrat Michael Schünemann

Die letzten zwei Infizierten sind genesen aus der Quarantäne entlassen worden
Es sind nur ein paar dürre Zahlen, aber sie sind trotzdem Grund zum Aufatmen und zu Freude: Das Gesundheitsamt des Land

 

kreises Holzminden vermeldet, dass die letzten zwei mit Corona Infizierten als genesen aus der Quarantäne entlassen worden sind. Der Landkreis ist damit coronafrei, zumindest was laborgetestete Infizierte betrifft. Nur noch eine Person befindet in vorsorglicher Quarantäne.
 
In einer Videobotschaft sprach Landrat Michael Schünemann von einem Meilenstein nach drei Monaten, die vom Infektionsgeschehen rund um das hochgefährliche Virus geprägt waren. Er sei stolz auf alle Bewohner des Landkreises, die sich in großem Maße an die Regeln zur Eindämmung gehalten hätten. Gleichwohl sei dieser Meilenstein nur ein Zwischenschritt, mahnte der Landrat. Schon morgen könnten notwendig gewordene Tests auch wieder neue Infektionsfälle ergeben. Es gelte weiterhin, vorsichtig zu sein, das Abstandsgebot zu beachten und den Mund- und Nasenschutz da zu tragen, wo es nötig sei. „Lassen Sie uns weiter gemeinsam umsichtig, vorsichtig und damit klug handeln“, betonte Michael Schünemann, „dann hat das Virus bei uns weiter keine Chance!“

Link zur Videobotschaft Landrat Michael Schünemann


UNO würdigt Klimaschutz-Engagement von Stiebel Eltron

Holzminden, 12.05.2020 – Die Vereinten Nationen haben sich bei Stiebel Eltron für das Engagement zum Klimaschutz bedankt. Hintergrund: Der niedersächsische Hersteller von umweltfreundlicher Haus- und Systemtechnik startete zusammen mit 67 Firmen aus allen Wirtschaftszweigen den bislang größten klimapolitischen Unternehmensappell in Deutschland. Stiebel-Geschäftsführer, Dr. Nicholas Matten, unterzeichnete den Aufruf „Für Krisenbewältigung und Zukunftsfähigkeit: Mit einem Klima-Konjunkturprogramm unsere Wirtschaft krisenfester machen“.

Im Dankesschreiben der Vereinten Nationen würdigt die Exekutivsekretärin des UN-Klimasekretariats (UNFCCC), Patricia Espinosa, die zielführende und rechtzeitige Aufforderung an die Regierung, wirtschaftliche Maßnahmen zur Lösung der Corona-Krise systematisch mit ehrgeizigen Klimaschutz-Zielen zu verzahnen.

Warum wir uns keine Fehlinvestitionen leisten können

„Wir freuen uns darüber, dass der von der „Stiftung 2 Grad“ initiierte gemeinsame Unternehmensappell auf große Resonanz gestoßen ist und sind stolz, unseren Teil dazu beizutragen“ sagt Dr. Matten von Stiebel Eltron. 

„Wenn wir jetzt die Klimaziele und die dafür notwendigen Maßnahmen aus den Augen verlieren, schlittern wir in die nächste globale Krise: die weltweite Erderwärmung. Deswegen können wir uns in dieser kritischen Phase keine Fehlinvestitionen mehr leisten. Vielmehr gilt es, die Finanzmittel für den Neustart gleichzeitig für mehr Klimaschutz in Industrie, Verkehr und Gebäuden zu nutzen. Zudem müssen die bereits beschlossenen Maßnahmen aus dem Klimapaket konsequent umgesetzt werden – wie beispielsweise die Umstellung auf umweltfreundliche Heiztechnik.“ 

Appell an die Bundesregierung gesandt

Der Appell, getragen von mittelständischen deutschen Unternehmen und Dax-Konzernen, wurde zum Auftakt des Petersberger Klimadialogs an die Bundesregierung gesandt und hat einen wichtigen Beitrag zum Gipfel geleistet. Die Vorständin der Stiftung 2 Grad, Sabine Nallinger, richtete ebenfalls ein persönliches Schreiben an Dr. Matten und bedankte sich für „ein wichtiges Zeichen für ambitionierten Klimaschutz in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten“

Europaabgeordneter Dr. Markus Pieper besucht STIEBEL ELTRON

„Kontinent soll bis 2050 klimaneutral sein“

Thomas Nowak von der EHPA, Stiebel-Eltron-Geschäftsführer Dr. Kai Schiefelbein, Europapolitiker Dr. Markus Pieper sowie die lokalen CDU-Vertreter Sabine Echzell (von rechts) und Peter Matyssek (links) mit Auszubildenden und Werkstudenten. Auch Personalchefin Christiane Schäfers (2. von links) sowie Holger Thamm, Leiter Public Affairs, (hinten) nahmen an der Diskussion teil.


Der CDU-Politiker Dr. Markus Pieper, Abgeordneter des europäischen Parlaments, hat jetzt STIEBEL ELTRON in Holzminden besucht. Bei dem Treffen mit Geschäftsführer Dr. Kai Schiefelbein war auch Thomas Nowak, Geschäftsführer des europäischen Wärmepumpenverbandes EHPA (European Heat Pump Association), in dem das deutsche Unternehmen aktiv ist, dabei; außerdem die lokalen Politikvertreter Sabine Echzell (CDU-Kreisverband) und  Peter Matyssek (CDU-Standverband). Nach dem Austausch mit Schiefelbein und Nowak stand eine Diskussionsrunde mit Auszubildenden und Werkstudenten von STIEBEL ELTRON auf der Tagesordnung.

Im Gespräch mit Dr. Kai Schiefelbein ging es vor allem um die klimapolitischen Themen Deutschlands und Europas, insbesondere die Wärmeerzeugung in Gebäuden. Kai Schiefelbein machte deutlich, dass jede Wärmepumpe, die statt einer fossilen Heizung eingesetzt wird, CO 2 einspart - völlig unabhängig davon, ob der als Antriebsenergie benötigte Strom komplett grün erzeugt wurde oder dem aktuellen deutschen Strommix entstammt: „Dadurch, dass eine Wärmepumpe saubere Umweltenergie aus der Luft oder der Erde gewinnt und damit am Ende ein Vielfaches der eingesetzten Energie als Wärme zur Verfügung stellt, ist sie immer umweltfreundlicher als jeder Öl- oder Gaskessel.“ Dass der Wärmepumpenmarkt weltweit massiv wächst, sei Chance und Risiko zugleich: „Die Wärmepumpe wird alle anderen Wärmerzeuger ablösen. Wenn das in anderen Ländern schneller passiert als in Deutschland, wird die im weltweiten Markt derzeit noch sehr gut positionierte deutsche Heizungsindustrie abgehängt. Wir brauchen einen starken Heimatmarkt, um weltweit erfolgreich zu sein.“

Einig waren sich die Teilnehmer, dass Wasserstoff für die Energiewende wichtig ist, im Wärmemarkt aber keine Rolle spielen wird. „Die Prioritätenliste ist eindeutig“, so Pieper. „Wasserstoff wird erstens benötigt als Speichermedium, um damit effiziente und vor allem flexible Kraftwerke zu betreiben, die dann Strom erzeugen, wenn die erneuerbaren Quellen kurzzeitig nicht ausreichend liefern können. Zweitens wird er in der stofflichen Anwendung in der Industrie benötigt, als Ausgangsmaterial für andere Produkte. Drittens benötigen wir ihn für Hochtemperatur-Anwendungen in der Industrie, und schließlich spielt er viertens auch bei der Dekarbonisierung des Verkehrssektors eine Rolle - dort, wo der direkte Einsatz von Strom nicht sinnvoll ist, also im Luftverkehr, in der Schifffahrt und im Schwerlastverkehr.“

Was den Durchbruch der Wärmepumpentechnik in Deutschland noch behindere, wollte Dr. Pieper von den Experten wissen. Kai Schiefelbein hatte darauf eine klare Antwort: „Die völlig wiedersinnigen Energiepreise. Wärmepumpen sind der umweltfreundlichste, und sie wären auch mit Abstand der wirtschaftlichste Wärmeerzeuger, wenn die Ungleichbehandlung von Strom und fossilen Brennstoffen beendet würde. Strom zahlt längst eine CO2-Abgabe, zusätzlich wird er mit Steuern, Ablagen und Umlagen belastet - während Öl und Gas kaum Abgaben zahlen müssen.“ Immerhin gehe das Klimapaket der Bundesregierung in die richtige Richtung - ein, wenn auch viel zu geringer, CO 2Preis ist ab 2021 beschlossen, ebenso, dass die Einnahmen zur Senkung des Strompreises eingesetzt werden. „Im Neubaubereich greifen energetische Vorgaben und Fördermaßnahmen ein Stück weit, hier ist die Wärmepumpe bereits das meisteingesetzte Heizsystem“, so Schiefelbein, „in der Sanierung sieht das leider anders aus. Hier wird eine Förderkulisse aufgebaut, die es gar nicht brauchen würde, wenn die Energiepreise angepasst würden.“ Eine Politik, die eine solche marktwirtschaftliche Lösung favorisiere, hätte die volle Unterstützung der Industrie.  Thomas Nowak von der EHPA ergänzte, dass Wärmepumpen auch perfekt dafür geeignet sind, dass „Heizen für die Bürger Europas bezahlbar bleibt.“ Hier müsse es eine europäische Lösung geben für die Länder, wo das im Moment schwierig sei. Bemerkenswert sei die Tatsache, dass sich in Deutschland im vergangenen Jahr 90.000 Bürger für eine Wärmepumpe entschieden hätten, obwohl die wirtschaftlichen Voraussetzungen noch ungünstig seien. 

Der Europaabgeordnete Dr. Markus Pieper diskutierte mit Auszubildenden und Jugendlichen von STIEBEL ELTRON. Links neben ihm Thomas Nowak, Geschäftsführer des europäischen Wärmepumpenverbandes, Sabine Echzell (CDU-Kreisverband Holzminden) und Dr. Kai Schiefelbein, Geschäftsführer STIEBEL ELTRON. Rechts Holger Thamm, Leiter Public Affairs.


Die anschließende Diskussion mit Auszubildenden und Werkstudenten von STIEBEL ELTRON nutzte Dr Markus Pieper für einen „Werbeblock für Europa“: „Es gibt keine Region und kein Land der Erde, wo man lieber wohnen möchte als in Europa“, so der Abgeordnete. „Wir haben hier seit Jahrzehnten stabile Verhältnisse, und die Europäische Union ist ein Garant dafür, dass diese Stabilität erhalten bleibt.“ Gleichzeitig gehe Europa die wichtigen Themen an - Digitalisierung, Globalisierung, und natürlich auch den Klimawandel: „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, bis 2050 zu einem klimaneutralen Kontinent zu werden.“ Es entwickelte sich ein reger Austausch - insbesondere bei den Themen Digitalisierung und Datenschutz. Im Zuge der Diskussion um neue Medien wurde auch das Video des Influencers Rezo kurz vor der Europawahl thematisiert.

Besonders engagiert waren die Gesprächsteilnehmer beim Thema Klimawandel: Was Europa denn tun oder bewirken könnte angesichts der großen CO2-Emittenten China, Indien, den USA und Russland, wollte ein Student wissen. „Wir haben das Pariser Klimaabkommen auf den Weg gebracht“, antwortete Pieper, „in dem sich nahezu alle Staaten der Welt auf verbindliche Klimaziele geeinigt haben. So wurde eine globale Verbindlichkeit für mehr Klimaschutz geschaffen.“

Der zunehmende Nationalismus in vielen Ländern der Welt gebe Anlass zur Sorge: „Letztendlich sägen die Verantwortlichen damit am Zukunftsast der jungen Generationen“, so der Politiker. Zur Frage nach dem Brexit äußerte Markus Pieper die Hoffnung, dass „Ihre Generation es schafft, die Briten zurückzuholen in die europäische Gemeinschaft - denn ohne Großbritannien ist Europa schwächer.“  Europa sei nicht nur eine Wertgemeinschaft, sondern vor allem auch eine Wirtschaftsgemeinschaft, so Markus Pieper abschließend. „Das ist auch gut für dieses Unternehmen, für Stiebel Eltron.“ Am Ende der Diskussion, die doppelt so lange geführt wurde als eigentlich vorgesehen, zog Dr. Markus Pieper ein Fazit und sparte nicht mit Lob: „Diese Diskussion hat mir unheimlich viel Spaß gemacht. Ich bin begeistert von dem, was ich hier gehört und erlebt habe. Ich kann Ihnen nur gratulieren zu diesem Arbeitgeber, und Stiebel Eltron zu solch engagierten Mitarbeitern.“